Grund zur Freude – Grund zur Sorge

Schon vor 20 Jahren regierte in Marl der Rotstift. Die Kinder- und Jugendbücherei im Türmchen spürte den städtischen Sparkurs so deutlich, dass sich ein Förderverein gründete: der Freundeskreis. Heute zählt er mehr als 200 engagierte Mitglieder und ist für die Aufrechterhaltung eines lebendigen, vielfältigen Büchereibetriebes wichtiger denn je. Denn auch der Rotstift regiert heute rigider denn je.

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Jeweils zum Jahresbeginn lädt der Freundeskreis seine Mitglieder zum Dankeschön-Frühstück ein. 25 Ehrenamtliche verbrachten diesmal einen gemütlichen Vormittag im Café Triangel an der Dreifaltigkeitskirche.

Wie immer war es lecker. Und wie immer mahnte der Freundeskreis-Vorsitzende Werner Eisbrenner an, dass für den Betrieb einer Bücherei Fachpersonal nötig sei. Oder um es in Eisbrenners blumiger Bildersprache zu sagen: „Das ehrenamtliche Engagement im Lesegarten blüht erst auf, wenn fachliche Pflegeanleitungen gegeben werden.“ Doch das Fachpersonal sei inzwischen „sehr ausgedünnt“. Dabei, so Eisbrenner, müsse die Stadtverwaltung doch heute eigentlich die personelle Grundlage dafür schaffen, dass das Türmchen in zehn oder 20 Jahren überhaupt noch besteht. „Leseförderung ist Lebensförderung!“, betonte er.

Bürgermeister Werner Arndt und die Erste Beigeordnete Dr. Barbara Duka hörten zu. Zurück gab es statt konkreter Zusagen „nur“ Lob und Dank für das, so Arndt, „ausgeprägte ehrenamtliche Engagement“. Im Türmchen funktioniere das Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen hervorragend, während seiner Erfahrung nach in anderen Einrichtungen oft ein Gegeneinander herrsche. Präsente hatte der Bürgermeister ebenfalls im Gepäck: Freikarten für das Theater Marl.

Offiziell macht der Freundeskreis erst am 9. September die 20 Jahre voll, gefeiert wird aber schon vorher. Der Verein werde von Sponsoren und Unterstützern reich bedacht, berichtete Schatzmeister Norbert Feyerabend. Zuletzt vor Weihnachten bei der Aktion „Kunststern“, oder auch am 24. Februar vom „Magischen Zirkel“, der den Erlös seiner Zaubershow in der insel spendet. Nun wolle der Freundeskreis Geschenke an die Marler Bürger zurückgeben – in Form hochkarätiger Veranstaltungen. Zahlreiche Autoren kommen nach Marl, unterhaltsam wird sicher auch eine „haarige“ Lesung mit Stefan Filipiak in einem Friseursalon. Im Dezember liest das Schauspieler-Ehepaar Martin Brambach und Christine Sommer aus „Karlsson vom Dach“. Und dann erhält doch noch einmal der Freundeskreis ein Geschenk: Theaterleiterin Claudia Schwidrik-Grebe „spendiert“ im November eine „Dorian-Gray“-Lesung mit Schauspieler Erol Sander im TM.

Zu guter Letzt: Was wäre ein Geburtstag ohne ein großes Fest? Es steigt am Samstag, 13. Juli 2013, am Türmchen, und zwar in Zusammenarbeit mit dem benachbarten „Kinderkotten“.

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